Auf dieser Seite stellen wir Ihnen Neuigkeiten für ein gesundes Leben vor:

 

Anstieg der Partikelbelastung nach Regenschauern

Nach einem Regenschauer riecht die Luft frisch. Sicher wäscht Regen Schwebstoffe aus der Luft aus, er wirbelt aber auch neue Partikel von beregneten Oberflächen auf, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.

Pilzsporen, Schimmelpartikel, Pollen und an Staub gebundene Schadstoffe wie zum Beispiel die PAK können nach Regenschauern vermehrt vom Boden in die Atemluft hochgewirbelt werden. Regen verursacht feste Aerosole.Forscher entdeckten die kugeligen Bodenstaubpartikel (Aerosole) unter dem Mikroskop in Luftproben, die sie in den USA nach heftigem Regen genommen hatten. Sie untersuchten die chemischen und physikalischen Eigenschaften der weniger als einen Mikrometer kleinen Partikel. Es handelt sich um organische Kohlenstoffverbindungen, wie sie im Boden vorkommen. Sie entstehen bei der Verrottung von Pflanzen und Tierkadavern. Die Analysen wurden inzwischen mehrfach bestätigt.

Die Erklärung für dieses Phänomen: Es bilden sich kleine Luftblasen, wenn Regentropfen auf die Pfützen des wassergetränkten Bodens prasseln und dort “explodieren”. Diese Blasen entweichen mit Pfützenwasser und den darin gelösten Bodenstoffen in die Luft, ähnlich der Gischt des Meeres, die Salzteilchen in die Atmosphäre bringt. Verdampft das Wasser wieder, bleiben die Bodenpartikel in der Luft zurück. Aufgrund ihrer geringen Größe sinken sie nicht gleich wieder zu Boden, sondern können lange in der Atmosphäre schweben und weite Strecken zurücklegen.

Durch Regen emporgeschleuderte Aerosole sind für die Gesundheit relevant. Asthmatiker werden nach einem Regenschauer oft besonders heftig von Anfällen gequält. Die Forscher vermuten, dass Regentropfen Pollenkörner aufbrechen und besonders viele Allergene freisetzen. Der von den US-Forschern gefundene Bodenstaub in der Luft könnte zum sogenannten “Gewitter-Asthma” beitragen. Ähnliches gilt vermutlich auch für Schimmelpilz-Sporen und Bruchstücke von Schimmelpilz-Strukturen, die dann vermehrt die Schleimhäute von Nase, Augen etc. erreichen.

 

 

Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV) - Folgen für den Bürger

Die Bundesregierung arbeitet an einer Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV). In der Diskussion steht unter anderem der Einbau automatisierter Lüftungsanlagen z.B. in Fenster. Die Klima- und Lüftungsbranche ist begeistert, versprechen solche technischen Lösungen doch steigende Umsätze. Grund für diese Diskussion sind im wesentlichen die vielen Arbeitnehmer, die ihre Wohnung/ihr Haus morgens verlassen und abends wieder betreten - ohne Lüftung zwischendrin. Ganz zu schweigen vom aus beruflichen Gründen länger abwesenden Bewohnern.

Warum ist das ein Problem? Die bestehende EnEV hat zu sehr dicht schließenden Fenstern geführt, die einerseits Wäremverluste über Undichtigkeiten nahezu verhindern, andererseits jedoch zu einer Anreicherung von Wohngiften und Schimmel führen. Die Folgen sind dramatisch zunehmende Fälle von Schimmelbefall in Wohnungen/Häusern und gesundheitliche Probleme der Bewohner. Schlechtes Lüften - verursacht durch eine schlecht durchdachte EnEV - soll also durch höheren technischen Aufwand bauseits korrigiert werden. Wie dumm ist das denn!

Als weiteren Ausweg aus diesem Dilemma wird außerdem noch die Beseitigung oder Isolierung der Schadstoffquellen diskutiert. Gut gemeint aber undurchführbar. Aus Prüfkammeruntersuchungen unseres Instituts zu Baustoffen wissen wir um die teils extremen Schadstoffgehalte von Bauprodukten und Einrichtungsgegenständen. Würde man Ernst machen mit schadstoffarmen Bauprodukten und Einrichtungsgegenständen, hätte dies eine Pleitewelle der Produzenten zur Folge.

Deshalb an dieser Stelle ein Plädoyer für ein Menschenrecht auf selbstbestimmte Raumlüftung und das Zulassen von Undichtigkeiten im Wohn- und Arbeitsbereich. Energiesparen ist eine wichtige Sache, aber nicht auf Kosten der Gesundheit und des Wohlfühlklimas in einem Gebäude!

 

 

Weichmacher (Phthalate) sind hormonell wirksam

In der Raumluft im Hausstaub und in Materialien können wir die Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Benzylbutylphthalat (BBP), Diisobutylphthalat (DIBP) und einige andere mehr nachweisen. Für die die vier Phthalate DEHP, DBP, BBP und DIBP hat die EU-Kommission sowie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) nun festgestellt, daß diese nicht nur eine Gefahr für die Umwelt darstellen, sondern aufgrund ihrer hormonellen Wirkung auch für den Menschen gefährlich sind. Abgeordnete des EU-Parlaments verlangen in einer Resolution, daß die Kommission auch den Gebrauch von DEHP in recycelten Produkten wie in PVC-Böden verbieten sollte. Sie befürchten extreme Gesundheitsbelastungen für Mitarbeiter.

Für das Dr. Carl - Institut gehören Phthalate bei Schadstoffmessungen in Wohnungen und Unternehmen zum täglich Brot der Schadstoffanalytik. Schön, daß unsere kritische Einschätzung dieser Substanzen nun “offiziell” wird. Phthalate werden seit mehr als 60 Jahren eingesetzt, um Produkte aus Polyvinylchlorid (PVC) geschmeidig zu machen. Dazu gehören Kabel und Folien, Dachbahnen, Bodenbeläge, Kunstleder, Babyartikel, Kinderspielzeug, Verpackungen und medizinische Gerätschaften.

Unser Rat: Vermeiden Sie Kunststoffprodukte, wann immer es möglich ist. Nach Alternativen umsehen. Es gibt z.B. Küchenmesser mit Holzgriffen statt Plastik, die sind genauso gut! Damit leisten Sie außerdem einen Beitrag zur Verringerung der Kunststoffbelastung unserer Meere, die mindestens genauso kritisch zu sehen ist wie der gesundheitliche Aspekt. Wobei: Das eine hängt mit dem anderen sowieso zusammen, denn von Meeresgetier gefressene Kunststoffpartikel landen über die Nahrungskette wieder auf unserem Tisch!

 

 

Giftiges Arsen in Reisprodukten

Deutschland diskutiert über im Supermarkt erhältliche Reisprodukte, die mit Arsen belastet sind. Darunter auch Reis in Portionspackungen von 0,5 bis 1 kg namhafter Hersteller und Eigenmarken der Supermarktketten. Mit wenigen Ausnahmen enthalten alle Produkte mittlere bis hohe Arsenkonzentrationen. Arsen in ReisDie Messwerte lagen 2013 zwischen 30 und 290 Mikrogramm für anorganisches Arsen. Unterschieden wird zwischen weniger giftigem organischen und besonders giftigem anorganischen Arsen. Zusammen bildet es das Gesamtarsen.

Dies war für das Dr. Carl - Institut der Anlaß, Reis zu überprüfen, wie man ihn in asiatischen Lokalen serviert bekommt. Getestet wurde thailändischer Duftbruchreis der Ernte 2014 aus dem 20 kg-Sack. Es ließ sich eine Gesamtarsen-Konzentration von 100 Mikrogramm nachweisen. Damit liegt dieser thailändische Duftbruchreis deutlich unter dem Durchschnitt von 140 Mikrogramm. Also ein Grund für Entwarnung bei häufigem Besuch von Asia-Restaurants? Wir meinen nein, den für krebserregende Substanzen wie das anorganische Arsen gibt es keine Untergrenze. Schon geringste Mengen können unter ungünstigen Bedingungen Krebs auslösen, ganz abgesehen von weiteren gesundheitlichen Beschwerden.

Zum 1. Januar 2016 führt die EU-Kommission Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Reis und Reisprodukten ein. Polierter oder weißer Reis darf dann 200 Mikrogramm anorganisches Arsen enthalten. Parboiled-Reis und geschälter Reis 250 Mikrogramm, Reiskekse, Reiswaffeln, Reiskräcker und Reiskuchen 300 Mikrogramm und Reis für die Herstellung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder 100 Mikrogramm.

Leider handelt es sich hier einmal mehr um rein politische Grenzwerte. Sie wurden seltsamerweise genau so festgelegt, daß die meisten bei uns erhältlichen Reisprodukte problemlos durch gewunken werden können. Sie orientieren sich also nicht an gesundheitlicher Notwendigkeit, sondern an den bisher nachgewiesenen Arsenkonzentrationen.

In China gilt ein Grenzwert von 150 Mikrogramm für anorganisches Arsen in Lebensmitteln. Damit tritt die EU in Sachen Gesundheitsschutz mal wieder auf die Bremse. Wer argumentiert, Europa sei keine Reisesserregion, liegt falsch. Auch hier gibt es genügend Menschen, die mehr Reis als andere Kohlehydrate zu sich nehmen. Außerdem gelten für Kinder selbstverständlich strengere Bewertungsmaßstäbe. Eltern drücken Ihrem Nachwuchs gerne Reiskekse oder ähnliches für den kleinen Hunger zwischendurch in die Hand. Diese Produkte gelten nicht als Kindernahrung und dürfen damit dreifach höher belastet sein. Die Forderung muß also lauten: Nachbessern, liebe EU-Kommission.

 

Kontakt: +49 8193 66 51 oder +49 89 94 46 70 65